BILDSCHÖN
Seit zwölf Tagen und heute...
Da sitze ich nun: Seit nahezu zwei Wochen über das Ziel hinaus geschossen ganz normal auf meinem Sofa - gerade so als sei nichts gewesen...
Aber war denn überhaupt etwas, hat sich irgendetwas grundlegend geändert? Eins ist in jedem Fall klar: Es ist bei weitem noch nicht alles geschafft! Diese Seite hat einen kurzen Einblick in das gewährt, was hinter mir liegt und was nun Grundlage für vieles bildet, was mir noch bevor steht.
Eins ist aber auch klar: Die Party ist geschafft! Noch einmal herzlichen Dank an alle, die dabei waren und zu mir gestanden haben. Die lange ersehnten Fotos des Abends findet Ihr hier:
Die Bilder beweisen hoffentlich, dass man auch im hohen Alter noch Spaß haben kann.
"Man", das bin ich - Benedikt, jetzt DREISSIG - ein wahrscheinlich ganz normaler Kölner Junggeselle, der bisher soweit mit seinem Leben zufrieden sein kann.
BILDER
Seit zwei Tagen und heute...Es ist vollbracht, die Hürde ist genommen. Mehr als einhundert Leute haben mein gesellschaftliches Aus betrauert. Die Bilder und weitere Details zu dem Abend folgen am Ende dieser Woche. Und auch wenn Zeit das Letzte ist, was wir haben, so bitte ich doch noch so lange um ein wenig Geduld.
GEBURTSTAG
Heute...
Die Kommunikationskanäle sind seit 6:15 Uhr wieder geöffnet und den ganzen Morgen erreichen mich Beileidsbekundungen von überall her: Partygäste, Leute, die es leider nicht schaffen werden und Menschen, die gar nicht erst eingeladen waren.
Für die netten bzw. gut gemeinten Worte bedanke ich mich hier schon einmal recht herzlich! Heute Abend dann persönlich bei dem ein oder anderen Bierchen mehr. Bis dahin füllt sich so langsam mein nachmittäglicher Terminplaner: Noch einige kleinere Einkäufe, dann ein Biergartenbesuch mit den langsam einkehrenden auswärtigen Gästen, danach noch schnell eine Pizza als solide Trinkgrundlage eingeworfen, fix geduscht und umgezogen.
Ab 19:00 Uhr stehe ich dann im DEUTZER ZWEI zur Verfügung. Und bei DEM Wetter wird die Terrasse heute Abend intensiv genutzt werden. Das Radio meldet schon den ganzen Morgen Keilereien an den Fleischtheken und warnt vor Staus an den Grillplätzen.
Bei solchen Ausgangsbedingungen bleibt kein Platz für sentimentales Gedusel. Habe noch ausreichend Zeit, meiner Jugend die nächsten zehn Jahre hinterher zu trauern. Der Tag will und muss schließlich genutzt werden.
Was die Welt morgen bringt,Ob sie mir Sorgen bringt,Leid oder Freud?Komme, was kommen mag,Sonnenschein, Wetterschlag,|: Morgen ist auch ein Tag, Heute ist heut! :|Wenn's dem Geschick gefällt,Sind wir in alle WeltMorgen zerstreut!Drum laßt uns lustig sein!Wirt, roll' das Faß herein!|: Madel, schenk ein, schenk ein! Heute ist heut! :|(...)
Und wer weiß: Vielleicht gefällt mir die "3" ja irgendwann...
Die "4" ist jedenfalls erst einmal noch in weiter Ferne. Aber hier schon einmal ein paar Eindrücke, wie es dann sein könnte, am Beispiel von Börses Geburtstag:
Treffen der Generationen [v.l.n.r.: Benedikt (29), Julia (25), Thorr (zu alt), Börse (40)]
Déjà-vu-Erlebnis: Börse und Benedikt (und ein guter Tropfen)
So, ich muss los - Priester und Trauerredner warten. Jede Erfahrung im Leben ist es wert, mindestens einmal gemacht zu werden. Sollte sich jemand detaillierter für meine interessieren - gern gesehen sind hierbei Buchverleger! - oder einfach jemanden zum Reden benötigen, dann kann er oder sie gerne auf mich zu kommen. Habe immerhin jetzt die nötige Reife und Weisheit erreicht und kenne die Antworten auf alle grundlegen Fragen...
Mist, Klopapier ist aus.
ABSCHIED
Der Rest von heute...Das Handy ist ausgeschaltet, das Festnetztelefon kaputt (siehe Geschenkeliste), mein Outlook nicht gestartet und Skype deaktiviert. Der Abend bzw. die noch letzte verbleibende Stunde meiner Jugend gehört mir ganz allein.
Der Wendepunkt ist bald erreicht, die Weggabelung nur noch wenige Gehminuten entfernt, der Gipfel nahezu erklommen... Und alles was dahinter kommt, liegt derzeit für mich in einen tristen Nebel gehüllt. [Grauer Star?]
Es ist nun Zeit, sich von der geliebten "2" zu verabschieden und die undurchsichtige "3" Willkommen zu heißen. Was sie mir bringen mag, kann und will ich gar nicht abschätzen, aber es werden bestimmt auch ein paar gute Sachen dabei sein.
So denn: Den Sekt zur Hand genommen, dem Schicksal ins Gesicht lächelnd und die Türe hinter einer erinnerungswürdigen "2" schließend, höre ich draußen jemanden ein fröhliches Zarah Leander-Lied pfeiffen: "Davon geht die Welt nicht unter..."
Stimmt, aber sie geht deshalb auch nicht weiter auf.
GESCHENKT
Noch 6 Tage und der Rest von heute...Es ist so weit: Die verbleibenden Tage kann ich mittlerweile schon im Kopf ermitteln. Mein, mir während der letzten Monate ans Herz gewachsener, Tagesrechner hat somit ausgedient.
Es ist Karfreitag und ich bin heilfroh, dass mein Geburtstag einmal NICHT auf Ostern gefallen ist. So ganz ohne Musik wird auch der motivierteste Partygast irgendwann depressiv. Außerdem sind die meisten Leute in diesen Tagen irgendwo anders unterwegs.
"Op jöck" war ich die letzten Wochen auch und habe - entgegen der vergangenen Jahre - in dieser Saison während der Fastenzeit NICHT auf Alkohol verzichtet. Ich wollte so die letzten Wochen meiner Jugend ohne Einschränkungen genießen. Ist mir auch gelungen.
Ich habe aber auch feststellen müssen, dass ein Alkoholverzicht zwischen Karneval und Ostern immer mehr zur Modeerscheinung verkommt. Man muss sich mittlerweile schämen, sich in diesen Tagen mit einer Bierbestellung an den Tresen zu wagen. Sehr seltsam, denn als ich vor sechs Jahren damit angefangen habe, war die antialkoholische Bestellung auf Parties eigentlich die erklärungsbedürftige. Typischer Wortwechsel zu diesen Zeiten:
Sie: "Oh, Du machst den Fahrer?"
Benedikt: "Nein, ich versuche nur während der Fastenzeit meine Genusssucht einzuschränken."
Ungläubiger Blick (im wahrsten Sinne des Wortes).
Sie: "So so... ah, da hinten wird gerade mein Platz frei!"
Benedikt alleine an der Theke mit einer lauwarmen Cola in der einen Hand - und dem Schild mit der Aufschrift "Fundamentalist" in der anderen.
Aber ist ja schön, wenn die Zeiten sich ändern und die Jugendlichen heutzutage nicht mehr denselben gesellschaftlichen Beschränkungen und Vorurteilen unterliegen wie wir damals. In ein paar Jahren ist "Jihad" wahrscheinlich auch nur ein Schlachtruf, der auf keiner guten Feier fehlen darf...
"Chalala lalalala la - Jihad! Chalala lalalala la - Jihad!"
Aber für Hardcorechristentum bleibt in diesen Tagen ja noch ausreichend Zeit. Und wie jedes Jahr verbringen die Jungs und ich die hochfeierlichen Tage auch in uns gekehrt am Osterfeuer - ein paar göttliche Koteletts und Würstchen darüber brutzelnd. Das macht das Leben lebenswert - und genau diesen Übergang nutze ich, um zum vieldiskutierten Thema "Geschenkideen" ein paar Worte los zu werden:
Konkrete Geschenkideen habe ich eigentlich keine, obwohl ich die letzten Wochen konzentriert darüber nachgedacht habe.
Nun ist es so, dass mein Festnetztelefon seit nunmehr zwei Monaten kaputt ist und ich bisher noch kein neues angeschafft habe (zur Freude von Vodafone). Also sollte jemand ein nützliches Geschenk für mich suchen, dann ist ein schnurloses ISDN-Telefon mehr als willkommen.
Ansonsten kann ich an dieser Stelle nur ein wenig über meine Interessen und Freizeitaktivitäten berichten: Generell bin ich an allem multimedialen und bestenfalls mobilen "Schnickschnack" interessiert. Alles, was Töne und Bilder wiedergibt, bestenfalls noch Interaktion zulässt und bequem in jede Hosentasche passt, findet direkt meine uneingeschränkte Zustimmung.
Dann haben mich Freunde angesprochen, dass in meiner Wohnung ja immer noch Einrichtungsgegenstände fehlen. (Fällt einem selber gar nicht mehr auf.) Zu nennen wären hier z.B. Bett, Couchtisch und Wohnzimmerlampe. Aber Möbel und ähnliches sind natürlich Geschmackssache und somit sehr sensibel und nur mit absoluter Überzeugung zu verschenken.
Nun bewege ich mich aber eher selten in meinen eigenen vier Wänden. Wie schon des öfteren an dieser Stelle erwähnt, bin ich häufig in und um Köln unterwegs, probiere gerne neue Kneipen und Bars aus, koste unbekannte Spezialitäten und - das muss am Alter liegen - versuche sogar Museen und Theater zu erkunden. Und natürlich ist meine Begeisterung rund um Köln und seine Angebote, in welcher Art und Weise auch immer, ungebrochen.
Und um mich selbst davon zu überzeugen, dass Köln den Vergleich mit anderen Metropolen nicht zu scheuen braucht, bin ich auch gerne anderswo unterwegs. Insbesondere kurzzeitige und -fristige Wochenendtrips mit dem Flieger innerhalb Deutschlands und Europa finde ich spitze: Ein H&M-Besuch in Dublin, ein Frühstück in Paris oder eine Intimrasur in Ankara - alles Dinge, die mich jederzeit begeistern.
Aber auch sonst freue ich mich über alles, was zeigt, dass man sich Gedanken gemacht hat: Ein gutes Buch, ein trashiger Film oder was Nettes zum Anziehen sind immer gerne gesehen.
Doch Vorsicht! Was man mir auf keinen Fall schenken sollte:
(a) Tinnef. Etwas zum hinstellen, was keinen wirklichen Zweck erfüllt und nur darauf wartet, abgestaubt zu werden - oder auch nicht.
(b) Eine Armbanduhr. Ich selber trage seit über fünf Jahren keine mehr und habe seitdem auch kein Gerät gefunden, das mich in Design und Funktionalität überzeugt hätte.
(c) Ein Bild. Ich habe mir zu meinem Geburtstag schon ein selbstgemaltes Werk gewünscht und das duldet keine anderen Bilder neben sich!
Um den Informationsaustausch bei Bedarf zu fördern und Doppelgeschenke zu vermeiden, biete ich allen an, die comments-Funktion am Ende dieses Eintrags als Schwarzes Brett zu nutzen und etwaige Vorschläge, Anfragen oder Anmerkungen dort zu posten. Ich werde in diesen Bereich nicht hineinsehen.
So oder so: Macht Euch bitte nicht zu viele Gedanken, insbesondere die Gäste, die von weiter her anreisen. Ich find's toll, wenn Ihr einfach alle in einer Woche dabei seid.
Und sollte der ein oder andere doch eine Kleinigkeit besorgt haben, dann ein Rat an dieser Stelle: Wirf die Quittung nicht weg! ;-)
SCHLAFBEDARF
Noch 14 Tage und der Rest von heute...Die Zeit eilt. Vor vier Tagen habe ich das Geheimnis um die Party-Örtlichkeit gelüftet und somit jedem Pilger den Weg gewiesen. Für alle Gäste von außerhalb habe ich eine kleine Liste von Unterkünften zusammen gestellt, die sich in einem Kriech-Radius um das Epizentrum herum gruppieren:
- DJH Jugendherberge
Klingt im ersten Moment nach pubertären Klassenfahrten, halbstarken Alkoholwettkämpfen und erwachsenem Kekswichsen. Und natürlich bleibt jedem frei, wie er oder sie den angebrochenen Abend beenden möchte, aber die Herberge sollte nicht ungenannt bleiben. Schließlich ist sie erst vor wenigen Jahren erbaut worden und verfügt somit über entsprechenden Komfort.
Preis/Doppelzimmer: 61,00 Euro
Preis/Vierbettzimmer: 95,00 Euro
Alle Preise inklusive Frühstück. (Mmh, lecker Früchtetee...) Die Jugendherberge ist die nächstgelendste Unterkunft und gerade einmal eine Straßenbreite entfernt. Allerdings muss man DJH-Mitglied sein und beim Einchecken über einen entsprechenden Ausweis verfügen.
Mehr Infos | Lage | 70 Meter bis zur Party
- Hotel Merlin
Kann ich leider nicht viel zu sagen. Der Portier hat einen netten Eindruck am Telefon gemacht.
Preis/Doppelzimmer: 75,00 Euro
Preis/Einzelzimmer: 43,00 Euro
Pro Frühstück kommen noch einmal 5,00 Euro dazu.
Lage | 170 Meter bis zur Party
- Hotel Ilbertz
Auch sehr nahe gelegen, direkt an einer Straßenbahn-Haltestelle und somit ideal, um auch noch andere Punkte von Köln zu erkunden - sofern man Zeit und Lust dazu hat.
Preis/Doppelzimmer: 95,00 Euro
Preis/Einzelzimmer: 75,00 Euro
Alle Preise inklusive Frühstück.
Mehr Infos | Lage | 300 Meter bis zur Party
- Hyatt Hotel
Was soll ich hierzu sagen? Die Preise sprechen für sich, das gute Stück liegt direkt am Rheinufer und ist jedem liquiden Gast zu empfehlen. Ich empfehle allerdings eine günstigere Pension und die Investition in ein hochwertigeres Geschenk. ;-)
Preis/Doppelzimmer: 195,00 Euro
Preis/Einzelzimmer: 170,00 Euro
Pro Person kommen bei Bedarf noch einmal 20,00 Euro für das Frühstück dazu.
Mehr Infos | Lage | 370 Meter bis zur Party
Bei Fragen stehe ich natürlich auch jederzeit gerne telefonisch zur Verfügung und nehme gerne die Buchungen für Euch vor. Sagt mir nur, was, wie viele Personen und wie lange.
DER GREIS IST HEISS
Noch 16 Tage und der Rest von heute...
Da soll noch einer sagen, man würde im Alter keine Kritik mehr einstecken können. Die ersten dreißig Jahre sind nahezu geschafft und ich denke, es ist Zeit für eine Zwischenbilanz. Deshalb habe ich die Möglichkeit geschaffen, dass mir jeder - ob musikalisch oder nicht - mal ordentlich den Marsch blasen darf.
"Also, Walter, was für ein tolles Angebot hast Du heute für uns?"
"Diiiieeses niegelnagelneue Wikiiiii!"
(Applaus)
"Dieses schicke Wiki darf vor keinem dreißigsten Geburtstag fehlen! Neben viel Stauraum für freie Meinungsäußerung bietet es insbesondere die einmalige Chance, dem Gastgeber noch einmal reinen Wein einzuschenken, bevor man ihm auf seiner Feier beim Bier in den Arsch kriecht!"
Danke Walter, ich hoffe, die Kapelle spielt mit...
VIEL WIRBEL UM NICHTS?
Noch 18 Tage und der Rest von heute...
Aarghh... das muss doch ein Rechenfehler sein! Nein, die Probe bestätigt es: Ich bin dem gesellschaftlichen Exitus so nahe wie Britney Spears. Und so nach und nach machen sich auch die Alterserscheinungen bemerkbar: Mein Knie schmerzt seit Wochen, mein Nacken ist total verspannt und mein Kopf tut weh - obwohl letzteres auch an dem gestrigen Abend liegen kann. Aber als Prae-Rentner sollte ich sicherheitshalber mal zum Arzt gehen, könnte schließlich auch ein Tumor sein. Eine Chemotherapie wäre zwar hart, würde aber wahrscheinlich meinen Haarwuchs kaum beeinflussen.
Keine gute Geschenkidee: Fleischfarbende MützeDieses Bild wurde während Annes Geburtstagsfeier aufgenommen und trägt den Titel "Haarkranz". Obwohl ich ja fest behaupte, es sei nur ein "ungünstiger Wirbel", gibt es einige Neider, die meinen Optimismus - oder Altersstarrsinn - nicht teilen. Nun ja, in achtzehn Tagen wissen wir wahrscheinlich mehr und ich habe eine weitere Gemeinsamkeit mit Britney.
Apropos "Geburtstagsfeier": Nach Tareks unmoralischem Angebot habe ich mich nach weiteren Party-Örtlichkeiten in Köln umgesehen und meinen ganz persönlichen Ölberg mittlerweile ausgemacht:
Gefeiert wird im DEUTZER ZWEI, direkt neben der Gaststätte "Deutzer Bahnhof", die - wie der Durchschnitts-Gast auch selber herleiten könnte - im Deutzer Bahnhof liegt. Der wiederum ist - und auch das ist nicht schwer zu erahnen - in Köln-Deutz beheimatet. Somit gibt es für die auswärtigen Gäste keinen Grund mit dem eigenen Fahrzeug anzureisen.
Auf meine erste Einladungswelle hin haben sich auch schon aktuell vierzig Personen ausdrücklich an- und erst zehn Personen abgemeldet. Die zweiten Einladungen werden in dieser Woche gedruckt und gehen mit detaillierteren Informationen vierzehn Tage vor meiner Feier an den harten Kern raus. Aber dort wird nicht mehr drin stehen als man auf dieser Seite schon vorab erfährt.
Es lohnt sich also, von Zeit zu Zeit einmal hier rein zu schauen. Dafür bekommt Ihr hier auch ein paar hübsche Bilder zu sehen. Wie diese von meiner wieder aufgetauchten LOMO zu Silvester.
Finger im Po und trotzdem froh! (v.l.n.r.: Stephan, Wilfried, Benedikt, Schmu, Ansgar)
Mit Rauch geht's auch. (Ansgar und Benedikt)
Zusammen nach der Chemo auf ein Bierchen ins Pier 11 (v.l.n.r.: Der Nachbar, Tarek, Benedikt)
In den nächsten Tagen gibt's dann auch die Bilder von Börses Feier in Wien. War ein unterhaltsamer Abend, nur der sonntagmorgendliche Flieger war definitiv zu optmistisch gebucht. Dafür kennt mich nun, dank mehrmaligen Ausrufen, das gesamte GermanWings-Personal mit Namen (und dazu gehöriger Alkoholfahne).
Zu guter Letzt danke ich allen, die sich aufgrund meiner letzten Einträge nach dem gesundheitlichen Zustand meines Großvaters erkundigt haben. Opa hat die OP gut verkraftet und wird in der nächsten Woche wieder entlassen. Unkraut vergeht halt nicht, das liegt in der Familie.
Aua, mein Kopf..!
HURRA!
Noch 35 Tage und der Rest von heute...Die Einladungen sind gestern eingetroffen! Ich kann also jetzt auf Kevin Costners Spuren wandeln und Post an die verirrten Seelen dort draußen verteilen. Der Unterschied zwischen mir und dem Wolftänzer besteht allerdings darin, dass er versucht hat, nach der Apokalypse die Welt zu ordnen. Ich dagegen bereite die Welt geordnet auf den bevorstehenden Untergang vor...
DAS GLAS IST HALBVOLL
Noch 39 Tage und der Rest von heute...
Und von meinen Einladungskarten, die ich vor Karneval bestellt habe, fehlt bislang noch jede Spur. Nachdem die erste Lieferung es augenscheinlich nicht bis zu mir geschafft hat, sendet mir der Drucker kostenfrei eine neue Ladung zu. Ich habe versäumt zu fragen, ob er's per UPS geschickt hat...
Meine Bestrebungen, den Geburtstag in meinem Keller zu feiern, sind gescheitert. Tareks "Freundschafts"-Angebot kommt dem eines iranischen Außenministers gleich. Entsprechend habe ich es freundschaftlich abgelehnt und muss mir nun etwas anderes suchen.
Zusammengefasst weist also - abgesehen von diesem Blog - noch nichts auf meinen bevorstehenden Verwesungszeitpunkt hin. Gehe aber fest davon aus, dass noch alles klappen wird, was aber vielleicht auch schon ein erstes Anzeichen von Altersstarrsinn ist. Es ist aber auch gut möglich, dass mit zunehmenden Haar- und Gedächtnisverlust einfach nur der Zweckoptimismus zunimmt.
Optimistisch muss auch mein Großvater bleiben, denn sein OP-Termin ist auf den 14. März verschoben worden. Es scheint so, als bräuchten die Ärzte etwas länger zum Ausnüchtern und Abdekorieren des Operationsaales. Aber wenn's dann dafür mit der Klappe klappt...
Optimistisch bleibe ich auch beim Umwerben meiner Königin der Herzen. Ist wirklich eine hartnäckige Angelegenheit, aber das war von Anfang an klar und erweist sich mit jedem Tag mehr als die richtige Entscheidung (oder doch "Zweckoptimismus"?). Es ist wie beim Lotto: Je intensiver man daran teilnimmt, umso öfter kann man auch enttäuscht werden. Aber wenn die sechs Richtigen dann (irgendwann) kommen, erkennt man, dass jede Tippreihe sich gelohnt hat.
Optimistisch versuche ich mit Verringerung der mir verbleibenden Erdentage auch der Zukunft entgegen zu blicken. Schließlich scheint das Altern nicht zu stoppen - auch wenn ich Karneval mit ausreichend Alkohol versucht habe, den Prozess zumindest zu verlangsamen. Hat aber nicht wirklich geklappt. Nächster Schritt sind dann Versuche mit Formaldehyd, schließlich hat die Menschheit ein Anrecht darauf, dass dieser gottgleiche Körper erhalten bleibt.
Der Geist sollte natürlich auch noch mitmachen, denn ich möchte die zukünftigen Entwicklungen und Annehmlichkeiten gerne mit erleben. Hierzu hat mir Silke - sensibel wie sie ist - vor einiger Zeit die passenden Worte geschickt. Das Schlimme dabei: Es stimmt alles...!
So denn, folks: Genießt den Augenblick, gebt auf Euch Acht und denkt daran: Ob das Glas halb voll oder halb leer ist, hängt vom Inhalt ab.
FREITAG, DER NEUNTE
Noch 62 Tage und der Rest von heute...Nun, ich gebe zu, dass Freitag, der 9. Februar nicht wirklich DAS Datum ist, um darauf hinzuweisen. Ich tue es aber bewusst, weil dieser Tag manchen Menschen, inklusive mir, wohl ewig in Erinnerung bleiben wird. Und weil er eine Woche abschließt, über die ich hier kurz Einblick gewähren möchte. Aber das Wichtigste vorne weg:(1) ELTERN I - Sandy und Markus sind Eltern geworden! Sie hat sich nach langem Hin und Her für die Mutterrolle entschieden und das Kind gestern (Freitag) heraus gepresst. Herzlichen Glückwunsch zu Mia Amelie!(2) ELTERN II - Holger, mein Chef, und Claudia haben den beiden den Weg gewiesen und Konstantin am Donnerstag vorgeschickt. Auch diesem jungen Familieglück die besten Wünsche an dieser Stelle!Dagegen sind meine Tages- und Wochen-Erlebnisse natürlich recht einfach gestrickt - aber dafür vielschichtiger: Opa, UPS, Wiedersehens- und Geburtstagsfeiern.(3) OPA - Mein Großvater ist letzte Woche ins Krankenhaus eingeliefert worden und seit gestern steht fest: Eine neue Herzklappe und einige Beipässe sind nötig. Nun kennt jeder meine Haltung gegenüber Rentnern - und Opa gehört seit nahezu dreißig (!) Jahren zu dieser Lobby - aber muss es denn den eigenen Großvater treffen? Ich dachte, wer Russland überlebt hat, stirbt nicht...
Täglich kreuzen morgens im Schwimmbad Dutzende von Rentner meinen Weg - und man weiß nicht genau, ob sie sich aus eigenem Antrieb bewegen oder nur von den Filterpumpen an den entgegen liegenden Beckenrand gezogen werden... Bei diesem 45er-Treibgut würde es mich nicht stören, wenn Gevatter Tod den Bademeister spielte. Aber mein Opa schwimmt doch nicht...
Die OP erfolgt in zwei Wochen. Die Kölner Uniklinik kann eine ernsthafte Behandlung erst nach Karneval garantieren. Wäre ja auch ärgerlich, wenn der Oberarzt bei dem Eingriff sein Kölsch umstoßen würde...
(4) UPS - Steht für United Parcel Service und damit für eines der größten Logistik-Unternehmen weltweit. Da bin ich doch froh, wenn einem solchen Weltkonzern eine (menschliche) Filiale bei mir um die Ecke angehört.
An dieser Stelle sollte ich gestehen, dass ich die von mir bereits beschriebene "Frau für's Leben" in meines wieder zurück geholt habe. Und um ihr meine Absichten zu beweisen, habe ich ihr dieses sagenhafte Paket geschickt. "Sagenhaft" deshalb, weil es wahrscheinlich seit gestern keine/n UPS-Mitarbeiter/in zwischen Köln und Neuss gibt, die/der diese Warensendung nicht kennt und wahrscheinlich gerne wüsste, was so Wichtiges da drin war. Aber der Reihe nach, in einem (stark zusammen gefassten) Hörspiel:
Donnerstag
Benedikt: "Ich würde gerne dieses Päckchen versenden, so dass es AUF JEDEN FALL morgen in R... ankommt."
UPS-Funz: "Gerne, das macht dann 24,57 Euro."
Benedikt: "Bis dorthin sind es keine fünfzig Kilometer... Schicken Sie das per Taxi?!"
UPS-Funz: "Der Preis ist weltweit einheitlich - Sie können das Paket dafür auch nach Neufundland schicken..."
Benedikt (innerlich Adressbuch durchgehend): "Hm." ("Kenne ich jemanden auf Neufundland...?")
UPS-Funz: "... aber dafür haben sie auch die hundertprozentige Garantie, dass Ihr Geschenk bis morgen Mittag ankommt."
Schön, wenn man im Leben noch für bestimmte Dinge eine hundertprozentige Garantie bekommt!
> "Mausebär, findest Du mich hübsch?"
> "Sind die Renten sicher?"
> "Kann man nach sieben Bier noch fahren?"
>> "Aber hundertprozentig!"
Freitag
Meine Herzdame (9:00 Uhr, am Telefon): "Ich habe einen Anruf von UPS bekommen: Es liegt ein Paket aus Köln für mich vor - in Hannover."
Benedikt (9:01 Uhr, am Telefon): "Lieber UPS-Fuzzie, wieso liegt Hannover [290 km. Anm. d. Red.] auf dem Weg nach R...?"
UPS-Fuzzie: "Da machen Sie sich mal keine Sorgen, ich kümmere mich darum. Schließlich haben Sie ja die Garantie, dass das Paket bis heute Mittag beim Empfänger landet."
Benedikt (17:40 Uhr (!), im UPS-Laden bei sich um die Ecke und um etwa zwanzig Telefonate an dem Tag UND die Erkenntnis reicher, dass UPS nicht Pakete zu der Empfangsadresse bringt, sondern den Versender "hundertprozentig" ins Grab. Dem "menschlichen", aber hilflosen UPS-Fuzzie mittlerweile das Telefon entwendet und, nachdem in der Zentrale niemand mehr erreichbar ist und die Fahrer angeblich keine Telefone bei sich haben, - Wozu auch? Würde so einem Logistikunternehmen nur unnötige Flexibilität bescheren... - mit irgendeiner weiteren Mitarbeiterin ohne Lebensberechtigung sprechend): "Was können wir tun?"
UPS-Funz No. II: "Der Fahrer war um 17:11 Uhr bei der angegebenen Firmenadresse und niemand war mehr da. Das ist nicht unsere Schuld."
Benedikt: "Mittag (siehe Garantie) liegt auch in R... zwischen Vor- und Nachmittag!"
UPS-Funz No. II (nach ca. zehn Minuten Warteschleife (Pizza holen?), Benedikt immer noch im UPS-Laden): "Okay, Vorschlag: Die Sendung kann die Empfängerin sich heute Abend ab 19:00 Uhr oder Montag gerne in Wuppertal (!) abholen."
> So ist richtig: "Schatz, ich habe ein Geschenk als Zeichen
> meiner unendlichen Liebe für Dich! Ach ja, bitte hol's Dir doch
> selber ab. Hier hast Du die Adresse und den Lieferschein..."
Benedikt: "DAS ist keine Option!"
UPS-Funz No. II: "Haben Sie schon auf die Uhr geschaut? Um diese Zeit ist da nicht mehr zu machen."
Benedikt: "Auf die Uhr...?! Ich mache seit heute Morgen um neun nichts anderes! In der Zeit hätte ich das Paket auch meinem Opa in die Hand drücken und ihn zu Fuß nach R... schicken können [Anm. d. Red.: Natürlich frühestens in zwei Wochen mit neuer Herzklappe]!"
UPS-Funz No. II: "Ärgerlich, aber ein schönes Wochenende noch."
Gelungener Abschluss eines Tages, wäre da nicht:
UPS-Fuzzie No. II (18:15 Uhr, Rückruf am Telefon): "Haben SIE ein Paket an Frau ... in R... geschickt?"
Benedikt (tränenerstickt): "Ja."
UPS-Fuzzie No. II: "Das ist jetzt ausgeliefert. Schien ja wirklich dringend zu sein, da haben wir den Fahrer noch mal umgeschickt."
Schön, wenn man im Leben eine hundertprozentige Sicherheit hat. Und gut, dass bei Paketen, die AUF JEDEN FALL am nächsten Tag ankommen sollen, noch einmal nach Dringlichkeit unterschieden wird...
(4) AUF WIEDERSEHEN! - So oder ähnlich habe ich mich wahrscheinlich bei meinen damaligen Klassenkameraden nach der Abi-Feier verabschiedet. Ich war mit meinem Freund Sven, der extra aus Magdeburg angereist war, da und wir haben eine Spezialität der Eifel gekostet: Wodka-O. Also weiß ich eigentlich gar nicht mehr im Detail, was ich beim Abschied gesagt habe...
Seitdem habe ich, bis auf wenige Ausnahmen (Silvy >xing<, Ansgar und Bene), niemanden mehr bewusst wieder getroffen - geschweige denn, vermisst...
Aber es kommt wie es kommen muss: Als 97er Jahrgang trifft man sich in diesem Jahr zum Zehnjährigen! Die ersten "Haste-mal-ne-email-Adresse"-Anfragen laufen bereits. Ich bin gespannt und ungewöhnlich offen. Erinnere mich noch an die Aussage von Michael L. >xing< bei einer zufälligen Begegnung vor acht Jahren: "Lübke*, Du bist noch das gleiche Arschloch wie damals." - Das hört man doch gerne.
[* Spitzname auf dem Internat]
(5) GEBURTSTAG I - Unfassbar! Nachdem mein österreichischer Freund Börse seinen vierzigsten (...) Geburtstag für den Sommer angekündigt hatte, zieht er ihn kurzfristig sogar meinem ultimativen Event vor und feiert nun schon am 17. März!
Weinprobe in Wien, Nov. 2006 (Börse und Benedikt)
Ist natürlich ein cleverer Schachzug: So muss ich MICH an SEINER Party messen lassen und nicht umgekehrt. Nachteil: Jetzt muss ich schauen, wie ich (a) trotz Planung auf St. Patrick's Day verzichten kann und (b) möglichst günstig nach Wien komme. Alles nicht so einfach, aber machbar! Denn schließlich hat Börse schon im November ohne Zögern seinen Hinflug zu meiner Geburtstagsfeier gebucht!
(6) GEBURTSTAG II (meiner!) - War diese Nacht spontan auf dem Heimweg noch einmal in meiner Kellerdisko PIER 11. Unglaublich: Tarek, der Besitzer, hat meine LOMO Kamera nach Silvester tatsächlich wieder gefunden! Bin sehr auf die Bilder gespannt... Ich habe mal durchblicken lassen, dass ich gerne meinen Geburtstag im PIER 11 feiern würde. "Frrreitag ist schwierrrig..." war die Antwort (Tarek ist Kroate). Aber er lässt es sich mal durch den Kopf gehen. Cool wäre es schon, denn ich möchte an meinem DREISSIGSTEN nicht lange nach Hause laufen müssen. Einfach nur zwei Stockwerke höher getragen zu werden, wäre (für alle Beteiligten) super.
(7) GEBURTSTAG III - Heute feiert Anne, Ansgars Ex-Freundin, ihren Dreißigsten. Hatte auch noch eine Hochzeit in der Nähe von Hannover [Bitte kein UPS-Witze (s.o.)!] für heute auf dem Programm, die ich aber aus terminlichen Gründen (gestern und morgen unterwegs) abgesagt habe - sorry, Doro! Schmu und ich gehen heute Nachmittag noch ein Geschenk besorgen. Mal schauen, was uns so einfällt. Anne hat seit einer Woche eine neue/eigene Wohnung - wär doch gelacht, wenn zwei junge Burschen da nix Geeignetes finden würden. :-)
Aber vorher sollte ich mich noch mal auf's Ohr hauen. Die Wirkung des Wodka-RedBulls lässt hoffentlich langsam nach und der Tag könnte lang werden...
JUBILÄUM
Noch 100 Tage und der Rest von heute...
Nur noch wenige Stunden trennen mich vom zweistelligen Gesichtsverfall-Countdown und wenn's bei mir schon nicht möglich ist, so hab ich zur Feier des Tages doch wenigstens diese Seite ein wenig geliftet. Also, genau hingesehen...
Nahezu zeitgleich zu den einhundert Tagen vor mir, liegen dreihundertfünfundsechzig Tage hinter mir, und ich muss gestehen, dass 2006 ein recht schönes Jahr war. Ich habe viel gewonnen, aber auch viel aufgegeben. Eine kurze Gewinn- und Verlustrechnung:
GEWINNE
- Neue Leute
Ein warmer Sommer, die WM und der zweite Punkt haben mir ermöglicht, dass ich das Jahr 2007 mit einigen Kontakten mehr in meinem Adressbuch eröffne. Und dabei reicht das Spektrum von regelmäßigen Partybekanntschaften bis zu wirklichen Freund(inn)en. Winziger Nachteil: Das macht meine Gästeliste im April nicht wirklich kürzer (und die ist schon recht lang) und den Abend nicht wirklich günstiger. Aber mit materiellen Dingen halte ich mich nicht auf und Geld ist da das kleinste Problem [siehe Punkt 4 und 5].
- Neue Orte
Teilweise habe ich in 2006 natürlich auch auf Altbewährtes zurück gegriffen, aber der Großteil meiner Großstadt-Safari hat mich an Orte geführt, die völlig neu für mich waren oder die ich seit Ewigkeiten nicht mehr besucht habe (oder damals so betrunken war, dass sie mir wieder neu erschienen - was aber gleich zu werten ist...). Mittlerweile kann ich mich an viele Locations erinnern und sie, trotz meines überaus schwachen Orientierungssinns, sogar auf einem Lageplan zuordnen. Vom Taxifahren bin ich aber noch weit entfernt.
Mein exklusiver Geheim-Tipp an dieser Stelle: Das Pier 11 zwei Etagen unter mir in der Kölner Altstadt! Sagt dem Türsteher, Ihr würdet mich kennen oder - noch besser - klingelt einfach kurz bei mir und wir steigen gemeinsam in die Höhle des Löwen hinab...
- Neue Liebe
Und bei so viel abwechslungsreichem und Abend füllendem Programm hätte wohl niemand damit gerechnet, aber ich behaupte, ich habe im letzten Jahr die berühmte "Liebe des Lebens" gefunden. Klug, witzig, unglaublich schön und sogar mit Sommersprossen. Und - Ja, Mutter! - es war sogar ein Mädchen! Aber Moment, wo ist der Haken...?!
VERLUSTE
- Kein Geld mehr
Die oben genannten Punkte haben mir keine Wahl gelassen und so habe ich - zur Dispo-Freude der Stadtsparkasse - Prioritäten gesetzt. Schließlich ist man im Leben nur einmal neunundzwanzig. Den nächsten Sommer werde ich aber dann wohl auf meiner Veranda mit kostengünstigen Uno-Abenden verbringen müssen. Nicht schlimm: Mit dreißig kann ich mich ja ohnehin nirgendwo mehr blicken lassen.
- Keine Kamera(s) mehr
Es muss einfach raus: Meine bereits von mir beschriebene LOMO-Fisheye hat den Karneval auf dem Heumarkt leider nicht überlebt! Ich danke an dieser Stelle den jecken Recken Schmu und Jürgen, die mir den Plastik-Kadaver todesmutig wieder beschafft haben, aber alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.
Kurz vor Weihnachten habe ich mir dann eine neue geleistet und kurz nach Weihnachten habe ich dann auch diese wieder ziehen lassen oder - genauer gesagt - im Sagen umwobenen "Pier 11" [siehe oben] gestern morgen nach Sonnenaufgang liegen lassen. Die Kameras wurmen mich weniger, aber die Bilder machen mich auf Jahre hin erpressbar...
- Keine Liebe mehr
Ah, da ist der Haken! Genau so unmittelbar, wie sie kam, ist sie auch wieder gegangen. Es schmerzt, wenn man einen Menschen verliert - und seltsamerweise sogar noch mehr, wenn man bemerkt, dass man diesen Menschen nie wirklich gehabt hat...
Ich könnte noch viel mehr erzählen, aber der aufmerksame Leser merkt es hoffentlich: Es war ein ereignisreiches Jahr und das Gewonnene überwiegt in jedem Fall. Wenn's nur positive Ereignisse gäbe, liefe jeder von uns mit einem Thomas Herrmanns-Lächeln herum - und das will ja nun wirklich niemand! Sicher tut einem so manches im Nachhinein leid, aber ich habe in meinem Leben - Gott sei Dank - noch nie etwas wirklich bereuen müssen.
Das gilt auch oder insbesondere für die Liebe - selbst wenn man, oberflächlich gesehen, nachher wieder so da steht wie vorher. Jede unserer Bewegung bringt positive und negative Erfahrungen mit sich, die uns prägen und wichtiger Bestandteil von uns werden. Keine neue Erkenntnis, aber eine wichtige! Und deshalb schließe ich diesen Eintrag mit dem Ende eines der schönsten Bücher, die es für mich derzeit gibt:
"Du meinst, dann hätten sie doch gleich zuhause bleiben können?
Du meinst, dann hätten sie sich den weiten Weg gespart?
Oh nein, denn sie hätten den Fuchs nicht getroffen und die Krähe nicht. Und sie hätten den Hasen und den Igel nicht getroffen und sie hätten nie erfahren, wie gemütlich so ein schönes, weiches Sofa aus Plüsch ist."
So denn, auf die kommenden einhundert Tage und ein Happy End im Leben!
FROHES FEST!
Noch 107 Tage und der Rest von heute...Der Stress ist geschafft, deshalb hier ein kleiner Weihnachtsgruß. Ich wünsche allen ein schönes (Rest-)Weihnachstfest und einen guten Rutsch in das neue Jahr!
[Und danke an Martin für den Linktipp.]
"ICH BIN BEREIT...!"
Noch 133 Tage und der Rest von heute...Adrenalin pur: Morgen darf ich das erste Türchen an meinem Spongebob-Adventskalender öffnen! Und wem das nicht Nervenkitzel genug ist, dem sei gesagt, dass dies nur der Auftakt zu Ereignissen apokalyptischem Ausmaßes ist: Weihnachtsmarktbesuchen und -einkäufen! Gegen diese beiden Player spielen Pest und Cholera in der Kreisliga.
Ich bin mir sicher: Wenn Jesus geahnt hätte, welche bizarren Begleiterscheinungen sein Geburtstag annimmt, hätte er wahrscheinlich auf die astronomische Leuchtreklame verzichtet und stattdessen die Anonymität einer Babyklappe vorgezogen. Ich habe mir letztes Wochenende die Wunschliste meines kleinen Cousins anhören müssen - dagegen liest sich der aktuelle Koalitionsvertrag wie ein Kurzroman.
Insbesondere Weihnachtsmärkte sind wie ein Besuch beim chinesischen Schnellimbiss: Man weiß gar nicht, wovon genau einem hinterher so schlecht ist. Kitschige Holzschnitzereien, unmoderne Seidenmahlerei und lauwarmer Glühwein buhlen um das Nettoeinkommen. Dazu die akustische Untermalung irgendwelcher Kinderschänder-Chöre über Stadionlautsprecher. All das kennt und hasst man schon. In Österreich ist man bereits einen Schritt weiter: Dort ist auch eine Augenvergewaltigung in den Besuch inbegriffen.
Da kann man nur hoffen, dass rosa Flanell spontaner Selbstentzündung unterliegt. Der jungen Dame rate ich, ihre Hand aus dem Bärenhintern zu nehmen und ihr Leben grundlegend zu ändern.
Bei so viel vorweihnachtlichem Elend hilft nur Alkohol. Aber, Kinder, gebt fein Acht, dass Ihr dabei eine bessere Figur als Ansgar und Benedikt macht.
Voll wie zwei Öltanks vor der Energiepreiserhöhung (Benedikt und Ansgar)
Aufgenommen während der letzten Hamburgfahrt, es war zugegebenermaßen schon etwas spät. Insgesamt war es die neunte Fahrt in die Hansestadt, was bei näherem Hinsehen bedeutet, dass ich diese bisher immer als Twen bereist habe und damit im nächsten Jahr eine Ära endet.
Auf der Reeperbahn nachts um halb eins... (Papa Schlumpf und Benedikt)
Zum Schluss danke ich noch meinen Kollegen, die diese Seite trotz meiner Unbegeisterung im BOBS-Blogopedia angemeldet haben. Herzlichen Dank, Jungs, sollte jemals ein Park nach mir benannt werden, berücksichtige ich Euch in meiner Rede. Für den Moment nur so viel: Ihr bekommt nix vom meinem Adventskalender ab!
ZEITLOS
Noch 165 Tage und der Rest von heute...
Und schon wieder sind drei Wochen ins Land gezogen. Zeit soll ja relativ sein. Ich kann nur sagen, sie ist in jedem Fall relativ schnell vorbei. Hierzu drei Beispiele der letzten Wochen:
BEISPIEL 1 - Ende September hat Schmu nicht aufgepasst und ist von einem Tag auf den anderen neunundzwanzig Jahre alt geworden! Selber schuld, ich hatte ihn gewarnt. Immerhin hat er seinen Geburtstag dann auch, wie gewohnt souverän, im Hemmers bei sich um die Ecke gefeiert. Wir alle haben ihm in diesen schweren Stunden gerne beigestanden - ist doch Ehrensache! Er muss jetzt nur verdammt hellwach sein: Noch so ein Fehler und er ist dreißig...
Heute ein König (v.l.n.r.: Benedikt mit Aua-Auge, Schmu und Scampi)BEISPIEL 2 - Da besucht jemand (Heinrich IV.) einen Geschäftspartner (Gregor VII.) und knapp tausend Jahre später gibt's hierzu eine Ausstellung: "Der Gang nach Canossa" hat vor zwei Wochen meine Verbindungs-Jungs und mich nach Paderborn verschlagen.
Zu der Ausstellung teilen sich die Meinungen, aber zu Paderborn gilt festzuhalten: Nettes Städtchen, aber nicht besonders aufregend. Zumindest nicht in den Semesterferien. Ein abendlicher Besuch im Pflaumenbaum, dem "total unmöglichen Gasthaus", gibt dann auch einen repräsentativen Querschnitt der dortigen Jugend wieder: Gelangweilte 15-jährige Blondies, die beim Popstars-Casting nicht dran kamen, weil der Anmeldebogen keine T9-Worterkennung zuließ. Betrunkene Teenies, die bei jeder von Muttis Zigaretten, die sie sich an dem Abend ansteckten, den Warnhinweis "Leicht entflammbar" hätten tragen müssen. Und nicht zu vergessen, die zwei mongoloiden Engelchen auf der Tanzfläche, die froh um jedes Gesicht waren, das an ihnen auf dem Weg zur Toilette vorbeikam und in diesem Kaff nicht mit ihnen verwandt war.
Gegen Hartz IV und Pisa-Studie, mehr Rechte für Randgruppen! (v.l.n.r.: Wolfgang, Schmu und Benedikt, im Hintergrund wahrscheinlich der Pflaumenbaum)
Das alles wäre ja noch erträglich und als nette Kleinstadt-Idylle zu belächeln, wenn die Paderborner in diese Oase des naiven Kleinbürgertums nicht eine Kirche hingesetzt hätten und diese stolz als "Dom" verkaufen. Netter Versuch, Jungs - in Köln haben wir McDonald's-Filialen, die geräumiger sind...
BEISPIEL 3 - Und als ob man über eine solche "Kapelle im Dompelz" nicht schon genug lachen könnte, entführte mich das letzte Wochenende direkt zum nächsten Touri-Nepp: in die "Dom- und Kaiserstadt" Fritzlar. Auch hier unterscheidet sich der "Dom" vom Eiscafé eine Straße weiter nur darin, dass er mehr Parkplätze anbietet. Und der Kaiser war auch nicht zu sehen!
Nun haben die Jungs und ich dieses Städtchen aber nicht wegen seiner Postkartenmotive oder gar günstigen Verkehrsanbindung ausgewählt, sondern weil unser alter Kumpel, der dicke Braumeister, dort vor einigen Monaten seine neue Stelle angetreten hat. Als Bierpatriot nutzt man eine solche Gelegenheit natürlich sofort und so haben wir einen Abend im Brauhaus 1880 verbracht und die Früchte seiner täglichen Mühen probiert. Allen Erwartungen zum Trotze haben wir uns sogar benommen. Die Bilder erlauben einen kleinen Eindruck:
Zwei Flaschen mit Bier ergeben noch kein Flaschenbier - Besichtigung der Brauerei (v.l.n.r.: Schmu, der dicke Braumeister, Scampi, Benedikt)
Auch ohne Mütze spitze! (v.l.n.r.: Der dicke Braumeister, Joseph, Scampi, Benedikt)
Brauhaus-Wanderweg (Schmu und der dicke Braumeister)
Soweit also die Vergangenheit. In einer Woche geht's nach Hamburg. Im Anschluss ist Karneval und danach geht's für einige Tage nach Wien. Bei dem derzeitigen Alkoholkonsum und den damit verbundenen Konservierungseigenschaften dürfte ich eigentlich gar nicht altern. Im besten Fall sollte ich also ewig an diesem Blog weiterschreiben können...
ZUSAMMENFASSUNG
Noch 186 Tage und der Rest von heute...... und somit liegen weniger Wochen vor als Jahre hinter mir. Jetzt sitze ich hier an einem Sonntagmorgen und höre mir eine CD an, die jemand extra für mich zusammengestellt hat. Eine super nette Geste, wie ich finde, und ein Beweis dafür, dass ich die letzten Tagen, die mir bis zu dem Moment bleiben, an dem sich mein Charisma ähnlich den Träumen einer schwangeren 15-Jährigen in Luft auflösen wird, zu nutzen weiß. Aber die CD ist ja nur die oft zitierte Spitze des Eisbergs - zur besseren Beurteilung was mich sonst noch beschäftigt hat, gibt's hier einen rückwärtigen Überblick:
AUGENSCHEINLICH - Leugnen nützt nix, es kommt ja ohnehin raus: Ich habe letzte Woche eine weißes Nasenhaar bei mir entdeckt! Ich habe es natürlich direkt entfernt, mit Benzin übergossen, angezündet und die Asche im Wald verstreut, aber es bleibt trotzdem ein schaler Nachgeschmack (vielleicht auch wegen des Benzins). An den leichten Grauschleier, der sich über meine Haare und Augen legt, habe ich mich ja gewöhnt, aber Nasenhaare sind doch eine Stufe höher anzusiedeln. Als nächstes folgen Altersflecken auf den Handrücken und Haarbüschel-Wildwuchs aus den Ohren.
AUGENAUFSCHLAG - Und als wenn ich durch solche Probleme nicht schon genug zu leiden hätte, meint doch irgendein ein Jungspund, mir auf das rechte Auge hauen zu müssen. Den genauen Tathergang bitte ich dem Strafantragsschreiben zu entnehmen. Ansonsten kann ich nur sagen: Es war eine Erfahrung wert und beinhaltet für jemanden, der wie ein Transrapid auf sein gesellschaftliches Ende zurast, drei Vorteile:
- Man selber und die Leute um einen herum beurteilen das eigene Erscheinungsbild um ein Vielfaches positiver, wenn das Gesicht Tage zuvor noch aussah, als hätte jemand darauf Stepptanz geübt.
- Eine Schwellung glättet sämtliche Falten - allerdings sollte der moderne und modebewußte Mann seine Kleidung auf die facettenreiche Farbgestaltung seines Gesichts abstimmen.
- In der nächtlichen Notaufnahme erhält der Kassenpatient einmalige Einblicke, wie es ist, wegen kleinerer Platzwunden von zwei Ärzten und einer Schwester umsorgt zu werden.
Ist also gleich zu setzen mit "Baum pflanzen" und sollte somit jeder Neunundzwanzigjährige einmal mitgemacht haben...
AUGENBLICK - Seit drei Wochen besitze ich eine Kamera! Keine von diesen schnelllebigen Cebit-, IFA- oder Photokina-Neuheiten, deren Gebrauchsanweisung genau so viele Seiten besitzt wie das Gerät Pixelauflösung. Nein, eine analoge LOMO-Fisheye-Kamera, die ohne HDTV-Display, Freisprecheinrichtung oder Web 2.0-Funktion auskommt. Stattdessen mit 36mm-Film, Rädchen zum Weiterdrehen des selbigen und Folgekosten bei der Entwicklung. Sozusagen ein Statement gegen die Digitalisierung meiner Umgebung und gleichzeitig die Gelegenheit, die Welt an meiner Perspektive der Geschehnisse um mich herum (mit zeitlicher Verzögerung) teilhaben zu lassen. Also eigentlich die perfekte Ergänzung zu dieser Seite. Deshalb hier auch schon einmal ein paar Bilder zur Einstimmung.
Die Jungs und ich beim Pittermännchen-Trinken am Rhein (v.l.n.r.: Alex, der Doktor, Roman und Benedikt)
Die Jungs und ich im schwuppigen Edelpink beim Wodka-RedBull-Trinken für 3,00 Euro (v.l.n.r.: Benedikt, der Partner, Kuba und Benni)
Die Kollegen und ich beim Feierabend-Bierchen vor unserem Büro (v.l.n.r.: Benedikt, Martin, der Partner, Anne und Mathis)
Mein strahlendes Lächeln auf den Fotos ist übrigens echt - sowohl von der Stimmung als auch von den Zähnen her. Hoffen wir einfach mal, dass sich innerhalb der nächsten 26 Wochen daran nichts ändert...
AM (WOCHEN-)ENDE
Noch 208 Tage und der Rest von heute...Samstagabend, Spätsommer, 25 Grad Außentemperatur - alle Menschen sind in der Kölner Altstadt unterwegs. Wirklich alle? Nein, ein junger, gut aussehender Mann bleibt heute Abend zuhause und hört dem Treiben durch das offene Fenster zu.
Der gestrige Abend war bezeichnend für die vorhergehenden Wochen, die, und insbesondere deren Enden, ausreichend körperlich und finanziell belastend waren. Deshalb verlasse ich heute das Sofa - auf dem ich aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen auch die letzte Nacht verbracht habe - nur für die notwendigsten Bedürfnisse. Dem Erfinder der Fernbedienung sei es gedankt, dass ich meinen Stoffwechsel an den eines eingefrorenen Mammuts anpassen konnte.
So eine Schonung hilft die verfügbaren Reserven zu bündeln und auf die nächsten Termine auszurichten. So langsam holen mich nämlich die Dreißiger-Geburtstagsfeiern ein: Letzten Samstag Roman, nächsten Samstag Daniele... Das Datum für meine Feier in sieben Monaten musste ich schon mit anderen abstimmen, damit wir uns keine Konkurrenz machen. "Dreh Dich nicht um, der Dreißiger-Virus geht um..."
Und wo wir gerade bei "Erregern" sind: Alle reden vom Gammelfleisch-Skandal, doch das Fleisch, um das es dort geht, ist gerade mal drei Jahre alt. Da finde ich es skandalöser, was für Jahrzehnte altes Fleisch mir völlig unbekümmert auf mancher Party entgegen gammelt. Da ist es im Zweifelsfall doch besser, samstags auch mal bewusst zuhause zu bleiben. Ein gutes Buch kann einen schließlich auch fordern...
SCHÖNER WOHNEN
Noch 229 Tage und der Rest von heute...
Es ist unwiderlegbar: Der letzte Eintrag liegt über einen Monat zurück. Der Grund für die Sommerpause ist denkbar einfach: Keine Gelegenheit. Wie ein Todeskandidat war ich in den letzten Wochen viel zu sehr damit beschäftigt, die verrinnende Zeit zu nutzen und zu genießen.
Dass ich nun an einem Samstagmorgen (!) hier sitze, verdanke ich - und hiermit ist dann auch schon der Bezug zum vorherigen Eintrag hergestellt - einem Rentner: Der sollte eigentlich um zehn Uhr vor meiner Tür stehen und meine, durch einen Wasserschaden unansehnlich gewordene, Wohnzimmerwand streichen. Stattdessen scheint er den Termin gestrichen zu haben...
Was ist in den letzten Wochen passiert? Ich war viel unterwegs, habe neue Freundschaften geknüpft und ältere wieder aufleben lassen. Habe mich in Köln und Umgebung rumgetrieben und unbekannte Locations und Partys erprobt. Also eigentlich das, was ich mir bei Erstellung dieser Seite vorgenommen habe. Somit sollte ich eigentlich zufrieden sein.
Bin ich soweit ja auch - insbesondere dann, wenn ich morgens auf dem Weg zum Bahnhof an Leuten vorbeikomme, die gerade mit Dosenbier aus ihren Schlafsäcken kriechen. Die IST-Situation ist befriedigend, nur das SOLL ist noch nicht aussagekräftig genug. Die Frage ist, wo ich mich mit dreißig sehe. Im schlimmsten Fall, dort wo ich jetzt stehe - nur ein Jahr älter.
Das Ziel ist meines Erachtens, in Bewegung zu bleiben. Egal, welche Tür man öffnet, man sollte auf keinen Fall im Flur stehen bleiben. Die Umwelt ändert sich sowieso und man selber unweigerlich mit (wenn nicht, ist das nur noch schlimmer). Man sollte also rechtzeitig beginnen, selber die Richtung zu bestimmen und die Türen abzuklopfen. Das Wohnzimmer ist schließlich angenehmer als das Gästeklo.
Ich habe nun noch einige Wochen die Möglichkeit, mir mal einen Grundriss zu zeichnen und einen schönen Raum auszusuchen. Apropos "Wohnzimmer": Der Rentner ist immer noch nicht da. Na ja, im Gegensatz zu ihm hab ich ja Zeit...
VON FRAUEN UND RENTNERN
Noch 268 Tage und der Rest von heute...
Seit einigen Wochen gehe ich morgens vor der Arbeit Schwimmen. Eine Kombination aus schlechtem Gewissen gegenüber meinem Körper und einer gesunden Paranoia, ich würde mit dreißig aussehen wie Günter Netzer, treiben mich mehrmals in der Woche vom Bett ins Becken. Gerade so als gäbe es eine Studie, die besagt, dass Chlorwasser den Alterungsprozess aufhalten würde.
Nachdem ich dann mein Tagespensum an Bahnen hinter mir habe, genieße ich noch einige Minuten im urinwarmen Außenbecken die ersten Sonnenstrahlen. So auch heute Morgen als ich mir überlegte, dass ich bis zu meinem Geburtstag noch mindestens einen Blogeintrag erstellen sollte. Und während ich entspannt vor mich hin grübele, fängt das Leben neben mir schon einmal an zu schreiben:
Es beginnt mit einem rüstigen Rentner, der sich gegen den Strom der übrigen Pensionsempfänger im Rundbecken [Nennt man das kreisrunde Becken so?] fortbewegt. Dieser Frevel führt natürlich zu direkten Unmutsäußerungen der entgegen kommenden Damen. Und während der Rüpel-Rentner sein Verhalten auch noch verteidigt, geht ein Ruck durch Nachkriegsdeutschland: Der gesamte, vorher noch leb- und ziellos im Wasser treibende, Rentner-Mob verbündet sich zu einem gemeinsamen Schwarm und bezieht eindeutig Stellung (ich zitiere, Anmerkungen in eckigen Klammern):
- "Leute wie Sie brauchen wir hier nicht!"
[Die Notwendigkeit für pergamentbezogenes, totes Fleisch im Außenbereich sehe ich grundsätzlich nicht - aber vielleicht gibt es ja die oben genannte Studie doch...]
- "Leute wie Sie wollen wir hier nicht!"
[Deutsche! Krault nicht bei Juden!]
- "Gehen Sie oder ich rufe die Polizei!"
[Hallo Wasserschutzpolizei? Ich möchte einen Geister-Rentner im Rundbecken melden.]
Und während der Pöbel noch Schwierigkeiten hat, den Scheiterhaufen im Wasser ans Brennen zu kriegen, eilt auch schon der nächste umher treibende Veteran den Damen zu Hilfe: "Mit den Frauen können Sie vielleicht so umspringen, aber bei mir sind Sie an der falschen Adresse!" [Ich vermute ja, alle Anwesenden haben die selbe Adresse...] Und plötzlich kommen sich beide Männer so nahe als wollten sie sich im Stalingradschen Schützengraben gegenseitig wärmen: "Wollen Sie mich etwa schlagen?" Darauf der Rowdy-Rentner: "Ich habe noch nie jemanden geschlagen - noch nicht einmal meine Frau!" - Alle Achtung, wo doch gerade die eigene Gattin täglich darauf drängt, verdroschen zu werden.
Nun bin ich kein gewalttätiger Mensch und habe deshalb weder Frauen noch Rentner in meinem bisherigen Leben verprügelt. Aber man(n) muss gestehen, wenn es zwei Gruppen wirklich verdient haben, dann doch diese.
Ich befürchte bereits seit längerem, dass es spezielle Lager der Taliban auf Gran Canaria gibt, in denen solche Leute ausgebildet werden. Während Rentnern dort beigebracht wird, warum man immer mit möglichst viel Kleingeld kurz vor Ladenschluss einkaufen gehen sollte, genießen die Frauen die elitäre Ausbildung, einen Mann zuerst in absoluter Selbstsicherheit zu wiegen, um ihn dann in einem möglichst geeigneten Moment als Trottel dastehen zu lassen - Das gibt dem Ausdruck "Trümmerfrauen" doch eine ganz neue Bedeutung.
Die eigentliche Kunst besteht somit darin, beiden Gruppen das nötige Maß an Respekt und gleichzeitigem Mißtrauen entgegen zu bringen. Nur so kann man den bösartigen oder auch unbedachten Attacken entgegen wirken. Dies also mein objektiver Rat an dieser Stelle, bevor ich demnächst selber die Rentenkasse plündere und Frauen haue.
MEISTERSCHAFT
Noch 276 Tage und der Rest von heute...Der Blick heute Morgen aus dem Schlafzimmerfenster bestätigte es: Die WM ist vorüber. Vier anstrengende Wochen liegen nun hinter mir. Und ähnlich wie Zinedine Zidane habe auch ich es geschafft, den Freudentaumel der letzten Wochen rechtzeitig am Sonntagabend in eine Enttäuschung zu verwandeln.
Und das ganz ohne Fußball. Die zurück liegende Erfahrung hat mir vor Augen gehalten, was es heißt, Erwachsen zu sein: Ganzzeitliches Denken und Handeln. Im konkreten Fall: Etwas aufzugeben, was für einen in den letzten Tagen immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Und das nicht, weil man es muss, sondern weil man es kann. Abzuwägen, ob das persönliche Glück wirklich auf Kosten anderer errungen werden sollte. Für einen Mannschaftssport bin ich also denkbar ungeeignet.
Ich versuche es mal an einem - zugegebenermaßen hinkenden - Beispiel zu verdeutlichen: Es ist wie einen Koffer mit einem Haufen Geld zu finden. So viel Geld, dass es für den Rest des Lebens ausreichen würde. Man kennt den Besitzer des Koffers nicht und weiß auch nicht, ob dieser den Inhalt überhaupt so zu schätzen weiß wie man selber es tut. Und obwohl man sich innerlich ausmalt, was man mit dem Geld alles machen könnte, trägt man es schon zum nächsten Fundbüro. Aber selbst nachdem der Mitarbeiter den Koffer dankend in Empfang genommen hat, kann man doch noch nicht ganz aufhören zu träumen. Nur einen kurzen, persönlichen Augenblick lang noch diesen Moment des Glücks genießen. Denn eines heißt Erwachsensein hoffentlich auf keinen Fall: Seine Fantasie zu verlieren.
Und im Nachhinein fragt man sich, ob man alles richtig gemacht hat: NEIN. Und ob man es noch einmal so machen würde: JA - nur eine WM früher.
TAKTIK
Noch 280 Tage und der Rest von heute...
... und somit noch genau vierzig Wochen bis zu meinem großen Ereignis. Würde noch ausreichen einen Baum zu pflanzen und einen Stammhalter zu zeugen. Gott, was wäre Oma stolz (wegen des Urenkels, Bäume hat sie genug gesehen)!Aber hier muss ich meine Großmutter dann doch enttäuschen: Anders als die Nationalmannschaft lasse ich mir nicht kurz vor Spielende noch einen reindrücken. Schon gar nicht bei den Temperaturen.
Der Erbe kommt noch früh genug und hoffentlich dann, wenn ich außer meiner Sehschwäche noch etwas anderes weiterzugeben habe. Zum Beispiel Weisheit, Lebenserfahrung und Kohle, soweit das Auge reicht (die Kohle, nicht die Weisheit).
Nun aber heißt es die noch verbleibenden Stunden sinnvoll nutzen und genießen. Vielleicht sollte ich doch schon mal 'nen Baum pflanzen. Dann wäre der Punkt zumindest erledigt und ich säß im Schatten.
SINN UND ZWECK
Immer noch 284 Tage und der Rest von heute... (Gott sei Dank.) Der Gedanke zu diesem Blog kam mir heute Morgen spontan. Ob es das Entsetzen beim eigenen Anblick im Badezimmerspiegel oder der Restalkohol des gestrigen Biergartenbesuchs war - who knows. Wahrscheinlich eine Kombination aus beidem. Als Single hat man den Vorteil, dass der einzige Mensch, der einen Sonntagmorgens ankotzt, man selber ist. Der Nachteil ist, dass sich in dem Moment kaum eine Möglichkeit bietet, das jemanden mitzuteilen. Das ist - dem Internet sei's gedankt - jetzt anders: Ich werde diese Seite als Plattform nutzen, meine Erfahrungen und Erkenntnisse der letzten mir verbleibenden Tage festzuhalten. Eine Art Tagebuch, aber für andere einsehbar. So bekommt die Außen- und Nachwelt einen Eindruck davon, wie es ist, seinen Twen-Status aufgeben zu müssen.
Es ist eigentlich wie "Pubertät": Irgendwie erzählen alle davon, aber so richtig nachvollziehen, was in Dir vorgeht, kann niemand. Noch nicht einmal Du selber. Und dann steckst Du plötzlich mitten drin. Nur die Symptome ändern sich: Statt Stimmbruch und Samenerguss gibt's für mich nun Haarausfall und Prostatakrebs. Auch schön.
GEDANKENGUT
Noch 284 Tage und der Rest von heute...
... dann ist es soweit: Genau so unbeirrbar wie unaufhaltsam rückt der Tag näher, an dem ich meine Unschuld und Unbekümmertheit ablegen werde. Der Tag, an dem die körperlichen und geistigen Gebrechen einen festen Teil meines Alltags einnehmen werden. Der Wendepunkt, die Weggabelung, der Gipfel - der dreißigste Geburtstag.Man fühlt sich wie ein kaukasischer Bergarbeiter - der Stolleneingang ist ohne eigenes Verschulden verschlossen, es gibt kein zurück mehr, man ist auf sich allein gestellt. Kälte und Dunkelheit umgeben einen. Staub liegt in der Luft und in den Lungen. Mit jeder Stunde, die verrinnt, nehmen die Zweifel zu und man beginnt mehr und mehr sein eigenes Handeln in Frage zu stellen."Man", das bin ich - Benedikt, noch NEUNUNDZWANZIG - ein wahrscheinlich ganz normaler Kölner Junggeselle, der bisher soweit mit seinem Leben zufrieden war. Doch nach dem letzten Geburtstag kamen die Fragen. Zuerst ganz leise und kaum zu vernehmen, doch zunehmend immer lauter und penetranter. Irgendwann haben sie wahrscheinlich die Frequenz und Unerträglichkeit eines Mariah Carey-Konzerts erreicht. Bis dahin ist allerdings noch ein wenig Zeit, die für die Suche nach Antworten verwendet werden kann. Diese Zeit werde ich zu nutzen wissen.Soll der Bergarbeiter doch rumsitzen und auf Rettung warten, ICH fang schon mal an zu buddeln!