AM (WOCHEN-)ENDE
Noch 208 Tage und der Rest von heute...
Samstagabend, Spätsommer, 25 Grad Außentemperatur - alle Menschen sind in der Kölner Altstadt unterwegs. Wirklich alle? Nein, ein junger, gut aussehender Mann bleibt heute Abend zuhause und hört dem Treiben durch das offene Fenster zu.
Der gestrige Abend war bezeichnend für die vorhergehenden Wochen, die, und insbesondere deren Enden, ausreichend körperlich und finanziell belastend waren. Deshalb verlasse ich heute das Sofa - auf dem ich aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen auch die letzte Nacht verbracht habe - nur für die notwendigsten Bedürfnisse. Dem Erfinder der Fernbedienung sei es gedankt, dass ich meinen Stoffwechsel an den eines eingefrorenen Mammuts anpassen konnte.
So eine Schonung hilft die verfügbaren Reserven zu bündeln und auf die nächsten Termine auszurichten. So langsam holen mich nämlich die Dreißiger-Geburtstagsfeiern ein: Letzten Samstag Roman, nächsten Samstag Daniele... Das Datum für meine Feier in sieben Monaten musste ich schon mit anderen abstimmen, damit wir uns keine Konkurrenz machen. "Dreh Dich nicht um, der Dreißiger-Virus geht um..."
Und wo wir gerade bei "Erregern" sind: Alle reden vom Gammelfleisch-Skandal, doch das Fleisch, um das es dort geht, ist gerade mal drei Jahre alt. Da finde ich es skandalöser, was für Jahrzehnte altes Fleisch mir völlig unbekümmert auf mancher Party entgegen gammelt. Da ist es im Zweifelsfall doch besser, samstags auch mal bewusst zuhause zu bleiben. Ein gutes Buch kann einen schließlich auch fordern...

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