Samstag, Februar 10, 2007

FREITAG, DER NEUNTE

Noch 62 Tage und der Rest von heute...

Nun, ich gebe zu, dass Freitag, der 9. Februar nicht wirklich DAS Datum ist, um darauf hinzuweisen. Ich tue es aber bewusst, weil dieser Tag manchen Menschen, inklusive mir, wohl ewig in Erinnerung bleiben wird. Und weil er eine Woche abschließt, über die ich hier kurz Einblick gewähren möchte. Aber das Wichtigste vorne weg:

(1) ELTERN I - Sandy und Markus sind Eltern geworden! Sie hat sich nach langem Hin und Her für die Mutterrolle entschieden und das Kind gestern (Freitag) heraus gepresst. Herzlichen Glückwunsch zu Mia Amelie!

(2) ELTERN II - Holger, mein Chef, und Claudia haben den beiden den Weg gewiesen und Konstantin am Donnerstag vorgeschickt. Auch diesem jungen Familieglück die besten Wünsche an dieser Stelle!

Dagegen sind meine Tages- und Wochen-Erlebnisse natürlich recht einfach gestrickt - aber dafür vielschichtiger: Opa, UPS, Wiedersehens- und Geburtstagsfeiern.

(3) OPA - Mein Großvater ist letzte Woche ins Krankenhaus eingeliefert worden und seit gestern steht fest: Eine neue Herzklappe und einige Beipässe sind nötig. Nun kennt jeder meine Haltung gegenüber Rentnern - und Opa gehört seit nahezu dreißig (!) Jahren zu dieser Lobby - aber muss es denn den eigenen Großvater treffen? Ich dachte, wer Russland überlebt hat, stirbt nicht...

Täglich kreuzen morgens im Schwimmbad Dutzende von Rentner meinen Weg - und man weiß nicht genau, ob sie sich aus eigenem Antrieb bewegen oder nur von den Filterpumpen an den entgegen liegenden Beckenrand gezogen werden... Bei diesem 45er-Treibgut würde
es mich nicht stören, wenn Gevatter Tod den Bademeister spielte. Aber mein Opa schwimmt doch nicht...

Die OP erfolgt in zwei Wochen. Die Kölner Uniklinik kann eine ernsthafte Behandlung erst nach Karneval garantieren. Wäre ja auch ärgerlich, wenn der Oberarzt bei dem Eingriff sein Kölsch umstoßen würde...

(4) UPS - Steht für United Parcel Service und damit für eines der größten Logistik-Unternehmen weltweit. Da bin ich doch froh, wenn einem solchen Weltkonzern eine (menschliche) Filiale bei mir um die Ecke angehört.

An dieser Stelle sollte ich gestehen, dass ich die von mir bereits beschriebene "Frau für's Leben" in meines wieder zurück geholt habe. Und um ihr meine Absichten zu beweisen, habe ich ihr dieses sagenhafte Paket geschickt. "Sagenhaft" deshalb, weil es wahrscheinlich seit gestern keine/n UPS-Mitarbeiter/in zwischen Köln und Neuss gibt, die/der diese Warensendung nicht kennt und wahrscheinlich gerne wüsste, was so Wichtiges da drin war. Aber der Reihe nach, in einem (stark zusammen gefassten) Hörspiel:

Donnerstag

Benedikt: "Ich würde gerne dieses Päckchen versenden, so dass es AUF JEDEN FALL morgen in R... ankommt."
UPS-Funz: "Gerne, das macht dann 24,57 Euro."
Benedikt: "Bis dorthin sind es keine fünfzig Kilometer... Schicken Sie das per Taxi?!"
UPS-Funz: "Der Preis ist weltweit einheitlich - Sie können das Paket dafür auch nach Neufundland schicken..."
Benedikt (innerlich Adressbuch durchgehend): "Hm." ("Kenne ich jemanden auf Neufundland...?")
UPS-Funz: "... aber dafür haben sie auch die hundertprozentige Garantie, dass Ihr Geschenk bis morgen Mittag ankommt."

Schön, wenn man im Leben noch für bestimmte Dinge eine hundertprozentige Garantie bekommt!

> "Mausebär, findest Du mich hübsch?"
> "Sind die Renten sicher?"
> "Kann man nach sieben Bier noch fahren?"

>> "Aber hundertprozentig!"

Freitag

Meine Herzdame (9:00 Uhr, am Telefon): "Ich habe einen Anruf von UPS bekommen: Es liegt ein Paket aus Köln für mich vor - in Hannover."
Benedikt (9:01 Uhr, am Telefon): "Lieber UPS-Fuzzie, wieso liegt Hannover [290 km. Anm. d. Red.] auf dem Weg nach R...?"
UPS-Fuzzie: "Da machen Sie sich mal keine Sorgen, ich kümmere mich darum. Schließlich haben Sie ja die Garantie, dass das Paket bis heute Mittag beim Empfänger landet."
Benedikt (17:40 Uhr (!), im UPS-Laden bei sich um die Ecke und um etwa zwanzig Telefonate an dem Tag UND die Erkenntnis reicher, dass UPS nicht Pakete zu der Empfangsadresse bringt, sondern den Versender "hundertprozentig" ins Grab. Dem "menschlichen", aber hilflosen UPS-Fuzzie mittlerweile das Telefon entwendet und, nachdem in der Zentrale niemand mehr erreichbar ist und die Fahrer angeblich keine Telefone bei sich haben, - Wozu auch?
Würde so einem Logistikunternehmen nur unnötige Flexibilität bescheren... - mit irgendeiner weiteren Mitarbeiterin ohne Lebensberechtigung sprechend): "Was können wir tun?"
UPS-Funz No. II: "Der Fahrer war um 17:11 Uhr bei der angegebenen Firmenadresse und niemand war mehr da. Das ist nicht unsere Schuld."
Benedikt: "Mittag (siehe Garantie) liegt auch in R... zwischen Vor- und Nachmittag!"
UPS-Funz No. II (nach ca. zehn Minuten Warteschleife (Pizza holen?), Benedikt immer noch im UPS-Laden): "Okay, Vorschlag: Die Sendung kann die Empfängerin sich heute Abend ab 19:00 Uhr oder Montag gerne in Wuppertal (!) abholen."

> So ist richtig: "Schatz, ich habe ein Geschenk als Zeichen
> meiner unendlichen Liebe für Dich! Ach ja, bitte hol's Dir doch
> selber ab. Hier hast Du die Adresse und den Lieferschein..."

Benedikt: "DAS ist keine Option!"
UPS-Funz No. II: "Haben Sie schon auf die Uhr geschaut? Um diese Zeit ist da nicht mehr zu machen."
Benedikt: "Auf die Uhr...?! Ich mache seit heute Morgen um neun nichts anderes! In der Zeit hätte ich das Paket auch meinem Opa in die Hand drücken und ihn zu Fuß nach R... schicken können [Anm. d. Red.: Natürlich frühestens in zwei Wochen mit neuer Herzklappe]!"
UPS-Funz No. II: "Ärgerlich, aber ein schönes Wochenende noch."

Gelungener Abschluss eines Tages, wäre da nicht:

UPS-Fuzzie No. II (18:15 Uhr, Rückruf am Telefon): "Haben SIE ein Paket an Frau ... in R... geschickt?"
Benedikt (tränenerstickt): "Ja."
UPS-Fuzzie No. II: "Das ist jetzt ausgeliefert. Schien ja wirklich dringend zu sein, da haben wir den Fahrer noch mal umgeschickt."

Schön, wenn man im Leben eine hundertprozentige Sicherheit hat. Und gut, dass bei Paketen, die AUF JEDEN FALL am nächsten Tag ankommen sollen, noch einmal nach Dringlichkeit unterschieden wird...

(4) AUF WIEDERSEHEN! - So oder ähnlich habe ich mich wahrscheinlich bei meinen damaligen Klassenkameraden nach der Abi-Feier verabschiedet. Ich war mit meinem Freund Sven, der extra aus Magdeburg angereist war, da und wir haben eine Spezialität der Eifel gekostet: Wodka-O. Also weiß ich eigentlich gar nicht mehr im Detail, was ich beim Abschied gesagt habe...

Seitdem habe ich, bis auf wenige Ausnahmen (Silvy >xing<, Ansgar und Bene), niemanden mehr
bewusst wieder getroffen - geschweige denn, vermisst...

Aber es kommt wie es kommen muss: Als 97er Jahrgang trifft man sich in diesem Jahr zum Zehnjährigen! Die ersten "Haste-mal-ne-email-Adresse"-Anfragen laufen bereits. Ich bin gespannt und ungewöhnlich offen. Erinnere mich noch an die Aussage von Michael L. >xing< bei einer zufälligen Begegnung vor acht Jahren: "Lübke*, Du bist noch das gleiche Arschloch wie damals." - Das hört man doch gerne.

[* Spitzname auf dem Internat]

(5) GEBURTSTAG I - Unfassbar! Nachdem mein österreichischer Freund Börse seinen vierzigsten (...) Geburtstag für den Sommer angekündigt hatte, zieht er ihn kurzfristig sogar meinem ultimativen Event vor und feiert nun schon am 17. März!


Weinprobe in Wien, Nov. 2006 (Börse und Benedikt)

Ist natürlich ein cleverer Schachzug: So muss ich MICH an SEINER Party messen lassen und nicht umgekehrt. Nachteil: Jetzt muss ich schauen, wie ich (a) trotz Planung auf St. Patrick's Day verzichten kann und (b) möglichst günstig nach Wien komme. Alles nicht so einfach, aber machbar! Denn schließlich hat Börse schon im November ohne Zögern seinen Hinflug zu meiner Geburtstagsfeier gebucht!

(6) GEBURTSTAG II (meiner!) - War diese Nacht spontan auf dem Heimweg noch einmal in meiner Kellerdisko PIER 11. Unglaublich: Tarek, der Besitzer, hat meine LOMO Kamera nach Silvester tatsächlich wieder gefunden! Bin sehr auf die Bilder gespannt... Ich habe mal durchblicken lassen, dass ich gerne meinen Geburtstag im PIER 11 feiern würde. "Frrreitag ist schwierrrig..." war die Antwort (Tarek ist Kroate). Aber er lässt es sich mal durch den Kopf gehen. Cool wäre es schon, denn ich möchte an meinem DREISSIGSTEN nicht lange nach Hause laufen müssen. Einfach nur zwei Stockwerke höher getragen zu werden, wäre (für alle Beteiligten) super.

(7) GEBURTSTAG III - Heute feiert Anne, Ansgars Ex-Freundin, ihren Dreißigsten. Hatte auch noch eine Hochzeit in der Nähe von Hannover [Bitte kein UPS-Witze (s.o.)!] für heute auf dem Programm, die ich aber aus terminlichen Gründen (gestern und morgen unterwegs) abgesagt habe - sorry, Doro! Schmu und ich gehen heute Nachmittag noch ein Geschenk besorgen. Mal schauen, was uns so einfällt. Anne hat seit einer Woche eine neue/eigene Wohnung - wär doch gelacht, wenn zwei junge Burschen da nix Geeignetes finden würden. :-)

Aber vorher sollte ich mich noch mal auf's Ohr hauen. Die Wirkung des Wodka-RedBulls lässt hoffentlich langsam nach und der Tag könnte lang werden...