Sonntag, Oktober 08, 2006

ZUSAMMENFASSUNG

Noch 186 Tage und der Rest von heute...

... und somit liegen weniger Wochen vor als Jahre hinter mir. Jetzt sitze ich hier an einem Sonntagmorgen und höre mir eine CD an, die jemand extra für mich zusammengestellt hat. Eine super nette Geste, wie ich finde, und ein Beweis dafür, dass ich die letzten Tagen, die mir bis zu dem Moment bleiben, an dem sich mein Charisma ähnlich den Träumen einer schwangeren 15-Jährigen in Luft auflösen wird, zu nutzen weiß. Aber die CD ist ja nur die oft zitierte Spitze des Eisbergs - zur besseren Beurteilung was mich sonst noch beschäftigt hat, gibt's hier einen rückwärtigen Überblick:

AUGENSCHEINLICH - Leugnen nützt nix, es kommt ja ohnehin raus: Ich habe letzte Woche eine weißes Nasenhaar bei mir entdeckt! Ich habe es natürlich direkt entfernt, mit Benzin übergossen, angezündet und die Asche im Wald verstreut, aber es bleibt trotzdem ein schaler Nachgeschmack (vielleicht auch wegen des Benzins). An den leichten Grauschleier, der sich über meine Haare und Augen legt, habe ich mich ja gewöhnt, aber Nasenhaare sind doch eine Stufe höher anzusiedeln. Als nächstes folgen Altersflecken auf den Handrücken und Haarbüschel-Wildwuchs aus den Ohren.

AUGENAUFSCHLAG - Und als wenn ich durch solche Probleme nicht schon genug zu leiden hätte, meint doch irgendein ein Jungspund, mir auf das rechte Auge hauen zu müssen. Den genauen Tathergang bitte ich dem Strafantragsschreiben zu entnehmen. Ansonsten kann ich nur sagen: Es war eine Erfahrung wert und beinhaltet für jemanden, der wie ein Transrapid auf sein gesellschaftliches Ende zurast, drei Vorteile:

  1. Man selber und die Leute um einen herum beurteilen das eigene Erscheinungsbild um ein Vielfaches positiver, wenn das Gesicht Tage zuvor noch aussah, als hätte jemand darauf Stepptanz geübt.

  2. Eine Schwellung glättet sämtliche Falten - allerdings sollte der moderne und modebewußte Mann seine Kleidung auf die facettenreiche Farbgestaltung seines Gesichts abstimmen.

  3. In der nächtlichen Notaufnahme erhält der Kassenpatient einmalige Einblicke, wie es ist, wegen kleinerer Platzwunden von zwei Ärzten und einer Schwester umsorgt zu werden.
Ist also gleich zu setzen mit "Baum pflanzen" und sollte somit jeder Neunundzwanzigjährige einmal mitgemacht haben...

AUGENBLICK - Seit drei Wochen besitze ich eine Kamera! Keine von diesen schnelllebigen Cebit-, IFA- oder Photokina-Neuheiten, deren Gebrauchsanweisung genau so viele Seiten besitzt wie das Gerät Pixelauflösung. Nein, eine analoge LOMO-Fisheye-Kamera, die
ohne HDTV-Display, Freisprecheinrichtung oder Web 2.0-Funktion auskommt. Stattdessen mit 36mm-Film, Rädchen zum Weiterdrehen des selbigen und Folgekosten bei der Entwicklung. Sozusagen ein Statement gegen die Digitalisierung meiner Umgebung und gleichzeitig die Gelegenheit, die Welt an meiner Perspektive der Geschehnisse um mich herum (mit zeitlicher Verzögerung) teilhaben zu lassen. Also eigentlich die perfekte Ergänzung zu dieser Seite. Deshalb hier auch schon einmal ein paar Bilder zur Einstimmung.


Die Jungs und ich beim Pittermännchen-Trinken am Rhein (v.l.n.r.: Alex, der Doktor, Roman und Benedikt)


Die Jungs und ich im schwuppigen Edelpink beim Wodka-RedBull-Trinken für 3,00 Euro (v.l.n.r.: Benedikt, der Partner, Kuba und Benni)


Die Kollegen und ich beim Feierabend-Bierchen vor unserem Büro (v.l.n.r.: Benedikt, Martin, der Partner, Anne und Mathis)

Mein strahlendes Lächeln auf den Fotos ist übrigens echt - sowohl von der Stimmung als auch von den Zähnen her. Hoffen wir einfach mal, dass sich innerhalb der nächsten 26 Wochen daran nichts ändert...