Dienstag, Januar 02, 2007

JUBILÄUM

Noch 100 Tage und der Rest von heute...

Nur noch wenige Stunden trennen mich vom zweistelligen Gesichtsverfall-Countdown und wenn's bei mir schon nicht möglich ist, so hab ich zur Feier des Tages doch wenigstens diese Seite ein wenig geliftet. Also, genau hingesehen...

Nahezu zeitgleich zu den einhundert Tagen vor mir, liegen dreihundertfünfundsechzig Tage hinter mir, und ich muss gestehen, dass 2006 ein recht schönes Jahr war. Ich habe viel gewonnen, aber auch viel aufgegeben. Eine kurze Gewinn- und Verlustrechnung:

GEWINNE

  • Neue Leute
    Ein warmer Sommer, die WM und der zweite Punkt haben mir ermöglicht, dass ich das Jahr 2007 mit einigen Kontakten mehr in meinem Adressbuch eröffne. Und dabei reicht das Spektrum von regelmäßigen Partybekanntschaften bis zu wirklichen Freund(inn)en. Winziger Nachteil: Das macht meine Gästeliste im April nicht wirklich kürzer (und die ist schon recht lang) und den Abend nicht wirklich günstiger. Aber mit materiellen Dingen halte ich mich nicht auf und Geld ist da das kleinste Problem
    [siehe Punkt 4 und 5].

  • Neue Orte
    Teilweise habe ich in 2006 natürlich auch auf Altbewährtes zurück gegriffen, aber der Großteil meiner Großstadt-Safari hat mich an Orte geführt, die völlig neu für mich waren oder die ich seit Ewigkeiten nicht mehr besucht habe (oder damals so betrunken war, dass sie mir wieder neu erschienen - was aber gleich zu werten ist...). Mittlerweile kann ich mich an viele Locations erinnern und sie, trotz meines überaus schwachen Orientierungssinns, sogar auf einem Lageplan zuordnen. Vom Taxifahren bin ich aber noch weit entfernt.

    Mein exklusiver Geheim-Tipp an dieser Stelle: Das Pier 11 zwei Etagen unter mir in der Kölner Altstadt! Sagt dem Türsteher, Ihr würdet mich kennen oder - noch besser - klingelt einfach kurz bei mir und wir steigen gemeinsam in die Höhle des Löwen hinab...

  • Neue Liebe
    Und bei so viel abwechslungsreichem und Abend füllendem Programm hätte wohl niemand damit gerechnet, aber ich behaupte, ich habe im letzten Jahr die berühmte "Liebe des Lebens" gefunden. Klug, witzig, unglaublich schön und sogar mit Sommersprossen. Und - Ja, Mutter! - es war sogar ein Mädchen! Aber Moment, wo ist der Haken...?!
VERLUSTE

  • Kein Geld mehr
    Die oben genannten Punkte haben mir keine Wahl gelassen und so habe ich - zur Dispo-Freude der Stadtsparkasse - Prioritäten gesetzt. Schließlich ist man im Leben nur einmal neunundzwanzig. Den nächsten Sommer werde ich aber dann wohl auf meiner Veranda mit kostengünstigen Uno-Abenden verbringen müssen. Nicht schlimm: Mit dreißig kann ich mich ja ohnehin nirgendwo mehr blicken lassen.

  • Keine Kamera(s) mehr
    Es muss einfach raus: Meine bereits von mir beschriebene LOMO-Fisheye hat den Karneval auf dem Heumarkt leider nicht überlebt! Ich danke an dieser Stelle den jecken Recken Schmu und Jürgen, die mir den Plastik-Kadaver todesmutig wieder beschafft haben, aber alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.
    Kurz vor Weihnachten habe ich mir dann eine neue geleistet und kurz nach Weihnachten habe ich dann auch diese wieder ziehen lassen oder - genauer gesagt - im Sagen umwobenen "Pier 11"
    [siehe oben] gestern morgen nach Sonnenaufgang liegen lassen. Die Kameras wurmen mich weniger, aber die Bilder machen mich auf Jahre hin erpressbar...

  • Keine Liebe mehr
    Ah, da ist der Haken! Genau so unmittelbar, wie sie kam, ist sie auch wieder gegangen. Es schmerzt, wenn man einen Menschen verliert - und seltsamerweise sogar noch mehr, wenn man bemerkt, dass man diesen Menschen nie wirklich gehabt hat...

Ich könnte noch viel mehr erzählen, aber der aufmerksame Leser merkt es hoffentlich: Es war ein ereignisreiches Jahr und das Gewonnene überwiegt in jedem Fall. Wenn's nur positive Ereignisse gäbe, liefe jeder von uns mit einem Thomas Herrmanns-Lächeln herum - und das will ja nun wirklich niemand! Sicher tut einem so manches im Nachhinein leid, aber ich habe in meinem Leben - Gott sei Dank - noch nie etwas wirklich bereuen müssen.

Das gilt auch oder insbesondere für die Liebe - selbst wenn man, oberflächlich gesehen, nachher wieder so da steht wie vorher. Jede unserer Bewegung bringt positive und negative Erfahrungen mit sich, die uns prägen und wichtiger Bestandteil von uns werden. Keine neue Erkenntnis, aber eine wichtige! Und deshalb schließe ich diesen Eintrag mit dem Ende eines der schönsten Bücher, die es für mich derzeit gibt:

"Du meinst, dann hätten sie doch gleich zuhause bleiben können?
Du meinst, dann hätten sie sich den weiten Weg gespart?
Oh nein, denn sie hätten den Fuchs nicht getroffen und die Krähe nicht. Und sie hätten den Hasen und den Igel nicht getroffen und sie hätten nie erfahren, wie gemütlich so ein schönes, weiches Sofa aus Plüsch ist."

So denn, auf die kommenden einhundert Tage und ein Happy End im Leben!