ZEITLOS
Noch 165 Tage und der Rest von heute...
Und schon wieder sind drei Wochen ins Land gezogen. Zeit soll ja relativ sein. Ich kann nur sagen, sie ist in jedem Fall relativ schnell vorbei. Hierzu drei Beispiele der letzten Wochen:
BEISPIEL 1 - Ende September hat Schmu nicht aufgepasst und ist von einem Tag auf den anderen neunundzwanzig Jahre alt geworden! Selber schuld, ich hatte ihn gewarnt. Immerhin hat er seinen Geburtstag dann auch, wie gewohnt souverän, im Hemmers bei sich um die Ecke gefeiert. Wir alle haben ihm in diesen schweren Stunden gerne beigestanden - ist doch Ehrensache! Er muss jetzt nur verdammt hellwach sein: Noch so ein Fehler und er ist dreißig...
Heute ein König (v.l.n.r.: Benedikt mit Aua-Auge, Schmu und Scampi)
BEISPIEL 2 - Da besucht jemand (Heinrich IV.) einen Geschäftspartner (Gregor VII.) und knapp tausend Jahre später gibt's hierzu eine Ausstellung: "Der Gang nach Canossa" hat vor zwei Wochen meine Verbindungs-Jungs und mich nach Paderborn verschlagen.
Zu der Ausstellung teilen sich die Meinungen, aber zu Paderborn gilt festzuhalten: Nettes Städtchen, aber nicht besonders aufregend. Zumindest nicht in den Semesterferien. Ein abendlicher Besuch im Pflaumenbaum, dem "total unmöglichen Gasthaus", gibt dann auch einen repräsentativen Querschnitt der dortigen Jugend wieder: Gelangweilte 15-jährige Blondies, die beim Popstars-Casting nicht dran kamen, weil der Anmeldebogen keine T9-Worterkennung zuließ. Betrunkene Teenies, die bei jeder von Muttis Zigaretten, die sie sich an dem Abend ansteckten, den Warnhinweis "Leicht entflammbar" hätten tragen müssen. Und nicht zu vergessen, die zwei mongoloiden Engelchen auf der Tanzfläche, die froh um jedes Gesicht waren, das an ihnen auf dem Weg zur Toilette vorbeikam und in diesem Kaff nicht mit ihnen verwandt war.

Gegen Hartz IV und Pisa-Studie, mehr Rechte für Randgruppen! (v.l.n.r.: Wolfgang, Schmu und Benedikt, im Hintergrund wahrscheinlich der Pflaumenbaum)
Das alles wäre ja noch erträglich und als nette Kleinstadt-Idylle zu belächeln, wenn die Paderborner in diese Oase des naiven Kleinbürgertums nicht eine Kirche hingesetzt hätten und diese stolz als "Dom" verkaufen. Netter Versuch, Jungs - in Köln haben wir McDonald's-Filialen, die geräumiger sind...
BEISPIEL 3 - Und als ob man über eine solche "Kapelle im Dompelz" nicht schon genug lachen könnte, entführte mich das letzte Wochenende direkt zum nächsten Touri-Nepp: in die "Dom- und Kaiserstadt" Fritzlar. Auch hier unterscheidet sich der "Dom" vom Eiscafé eine Straße weiter nur darin, dass er mehr Parkplätze anbietet. Und der Kaiser war auch nicht zu sehen!
Nun haben die Jungs und ich dieses Städtchen aber nicht wegen seiner Postkartenmotive oder gar günstigen Verkehrsanbindung ausgewählt, sondern weil unser alter Kumpel, der dicke Braumeister, dort vor einigen Monaten seine neue Stelle angetreten hat. Als Bierpatriot nutzt man eine solche Gelegenheit natürlich sofort und so haben wir einen Abend im Brauhaus 1880 verbracht und die Früchte seiner täglichen Mühen probiert. Allen Erwartungen zum Trotze haben wir uns sogar benommen. Die Bilder erlauben einen kleinen Eindruck:

Zwei Flaschen mit Bier ergeben noch kein Flaschenbier - Besichtigung der Brauerei (v.l.n.r.: Schmu, der dicke Braumeister, Scampi, Benedikt)
Auch ohne Mütze spitze! (v.l.n.r.: Der dicke Braumeister, Joseph, Scampi, Benedikt)
Brauhaus-Wanderweg (Schmu und der dicke Braumeister)
Soweit also die Vergangenheit. In einer Woche geht's nach Hamburg. Im Anschluss ist Karneval und danach geht's für einige Tage nach Wien. Bei dem derzeitigen Alkoholkonsum und den damit verbundenen Konservierungseigenschaften dürfte ich eigentlich gar nicht altern. Im besten Fall sollte ich also ewig an diesem Blog weiterschreiben können...




